Ran an die Alpen

Für einen Berliner, der sich bekanntlich so gar nicht mit Bergen umgibt, ist die bloße Annäherung an die Alpen ein Event. Mit dem Auto raus aus der Münchener Innenstadt, rauf auf die A95, den berühmten Starnberger See rechts liegengelassen, immer den Bergen entgegen. Bald begeistert der bloße Blick über die Motorhaube, denn nach jeder Kurve der Autobahn sind die Alpen wieder ein Stück gewachsen. Die anderen Autofahrer scheinen meine Begeisterung nicht so ganz zu teilen und ziehen mit steinerner Miene an mir vorbei. Ich frage mich, ob ich eines Tages auch den Blick für diese Aussicht verliere, und lasse mich sofort von der Bergkulisse und den bayerischen Häusern auf den riesigen grünen Wiesen fesseln. Doch schon nach einer guten dreiviertel Stunde soll es mit dem Road-Trip genug sein, denn ich folge einer Empfehlung: Kochel am See, am Kochelsee. Da Sightseeing diesmal dem Naturgucken weicht, bin ich, so schnell ich den kleinen Ort erreicht habe, auch schon wieder durch ihn durch, folge der B11 und kann schon bald den ersten Blick auf den idyllischen Bergsee werfen. Die beste Aussicht finde ich letztlich auf der Terrasse vom Seehotel Grauer Bär. Hier findet sich auch so gar nichts, das mich an Berlin denken lässt. Nur Ruhe und wenige Menschen, die mit einem „Servus“ auf sich aufmerksam machen. So vergisst ein Berliner die Zeit in den Voralpen und entspannt.
Dieser Ausflug ist an einem warmen Tag wirklich jedem zu empfehlen. Nicht zuletzt auch Bayern, die den Blick für ihre Umgebung schärfen wollen.