Von Berlin nach München – darf man das?

„Ich könnte doch auch nach München ziehen.“ brach es in Freundesrunde aus mir heraus. „Da verdient man viel Geld und da ist es sauber und alle trinken den ganzen Tag Bier und so weiter …“, die Argumente schienen mir nicht auszugehen. Es musste natürlich auch Gründe geben, die dagegen sprechen. Bekanntlich ist das mit vielen Dingen so, die im ersten Moment eine Spitzenidee sind und später, aus noch viel später kaum nachvollziehbaren Gründen, nicht umgesetzt werden. So ein Gedankenspiel funktioniert ganz besonders gut mit Freunden, die nicht mit guten Ratschlägen helfen wollen, sondern aus einer unbehandelten Verlustangst heraus erfinderisch werden, damit sie am Ende nicht mit fremden Rentnern Offiziersskat spielen zu müssen. Ohnehin verschwinden schon so viele Menschen unwiederbringlich und beinahe täglich durch plötzliches Kinderkriegen oder spontanes Hausbauen. Und jetzt auch noch nach Bayern? Da darf man sich schon was einfallen lassen, um einen Freund von einer folgenschweren Fehlentscheidung abzuhalten. Nur mit München funktioniert das irgendwie nicht. Viel Schlechtes über diese Region kam mir auch in Berlin nicht zu Ohren. Naja die Mieten und überhaupt alles ist teuer. Und man muss sich an Pflichten, wie regelmäßige Kirchgänge und CSU-Wählen gewöhnen. Vielleicht ist das aber auch alles gar nicht so schlimm. Irgendwie meistern die Münchener diese Hürden ja auch. Für einen knallharten, mit allen Wassern gewaschenen Urberliner kann das also kaum zu einem Problem werden. So packte ich zwei Tage darauf meine Koffer und es hieß: „Ab nach München!“

So oder so ähnlich hat sich das tatsächlich abgespielt. Vielleicht waren es auch ein gutes Jobangebot und eine Entscheidung, die ich kurzerhand mit meiner Lebensgefährtin traf, die mich nach Bayern holten. Aber auch das wäre viel spektakulärer, als es im ersten Moment klingt!